Pauschalisten Ausfallsprinzip

Die Auswahl des Ausfallsprinzips beschreibt, ob und in welchem Ausmaß bei Pauschalisten die Überstundenpauschale im Falle von Fehlzeiten wie Urlaub, Kranktagen, Feiertagen oder Ähnlichem angerechnet werden soll. 

Zum Beispiel kann der Pauschalist im Monat Dezember die Überstundenpauschale, aufgrund von mehreren Feiertagen und eventuellen Urlaubstagen, schwerer erreichen, als in anderen Monaten. Daher kann ein Ausfallsprinzip eingestellt werden, bei dem ein Teil der Pauschale automatisch gutgeschrieben wird.

Dieser Parameter wird nur angewendet, wenn der Parameter "Pauschalisten: Verrechnung" (unten) auf einen der Werte 2-4 gesetzt wurde! Sollte der Wert auf 1 (keine Verrechnung / Pauschalist) gesetzt sein, haben die Einstellungen unter diesem Punkt keine Auswirkungen auf die Abrechnung.

Wert

Beschreibung

Keines

ist diese Option ausgewählt, erhält der Mitarbeiter keine Anrechnung der Überstundenpauschale für Fehltage, etc. Die Überstundenpauschale wird am Monatsende im Ganzen vom originalen Saldo abgezogen.

Gutschrift Ist-Zeit

Wird diese Methode angewendet, so wird an qualifizierten Anrechnungstagen (Urlaub, Krankheit, etc.) der Tagesanteil an der Überstundenpauschale (lt. Formel unten) tageweise direkt der Istzeit gutgeschrieben. Am Ende des Monats wird dann die volle Pauschale vom Saldo abgezogen.

Gegenrechnung am Monatsende

Wird diese Methode gewählt, wird die Anzahl der qualifizierten Anrechnungstage (Urlaub, Krankheit, etc.) am Ende des Monats mit der Überstundenpauschale pro Tag multipliziert. Dieser Wert wird dann dem Saldo addiert, bevor die Überstundenpauschale abgezogen wird.

Zur Berechnung der aliquoten Tages-Überstunden-Pauschale wird folgende Formel verwendet: Pauschale pro Tag = (Überstundenpauschale / 4.33) / 5

Beispiel Fall "Keines"

Überstundenpauschale: 10h
23 Werktage, davon 1 Feiertag und 3 Urlaubstage

Berechnung des Tages-Anteils der Pauschale:
Formel = (10 / 4.33) / 5 = 0,46h

Saldo am 31.12. = 0,00

Datum

Fehlgrund

Tages-Sollzeit

Tages-Istzeit

Saldo

Di, 01.01.

Feiertag

0,00

0,00

0,00

Mi, 02.01.

Urlaub

8,00

8,00

0,00

Do, 03.01.

Urlaub

8,00

8,00

0,00

Fr, 04.01.

Urlaub

8,00

8,00

0,00

Sa, 05.01.

0,,

0,00

0,00

So, 06.01.

0,00

0,00

0,00

Mo, 07.01.

Anwesend

8,00

8,50

0,50

...

...

...

...

...

Mi, 30.01.

Anwesend

8,00

8,50

5,50

Do, 31.01.

Anwesend

8,00

9,00

6,50

Januar 2013

176,00

186,58

-3,50

Am Ende des Monats wurde eine Saldo Plus von 6,50h erwirtschaftet. Von diesem wird nun die volle Pauschale von 10h abgezogen, da keine Gutschrift (Ausfall-Prinzip) für entstandene Fehlzeiten erfolgt ist. Daraus ergibt sich dann, abhängig von der Einstellung bei "Pauschalisten: Verrechnung", der neue Saldo von -3,50 oder 0,00 je nachdem welche Einstellung gewählt wurde.

Beispiele Fall "Gutschrift Ist-Zeit"

Beispiel 1 (Spezialfall)

Überstundenpauschale: 10h
Gesamtes Monat krank / im Urlaub / anderer bezahlter Fehlgrund
23 "anrechenbare" Tage für die Pauschale (1 Feiertage, 22 Werktage)

Berechnung des Tages-Anteils der Pauschale:
Formel = (10 / 4.33) / 5 = 0,46h

Saldo am 31.12. = 0,00

Datum

Fehlgrund

Tages-Sollzeit

Tages-Istzeit

Saldo

Ausfall-Prinzip

Di, 01.01.

Feiertag

0,00

0,46

0,46

0,46

Mi, 02.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

0,92

0,46

Do, 03.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

1,38

0,46

...

...

...

...

...

...

Mi, 30.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

10,12

0,46

Do, 31.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

10,58

0,46

Januar 2013


176,00

186,58

0,58

(10,58)

Wird der Saldo nach dieser Methode berechnet, kann es passieren, dass der Mitarbeiter, obwohl er den gesamten Monat krank war, am Ende des Monats ein Plus erwirtschaftet. Der Saldo steigt über dan Monat hinweg kontinuierlich an und am Ende wird die volle Pauschale von 10h abgezogen. Der Mitarbeiter hat in diesem Beispiel allerdings 10,58h Plus "erwirtschaftet" woraus sich dann nach Abzug der Pauschale ein Plus von 0,58h ergibt.

Wenn dieser Spezialfall (im Normalfall besteht zwischen dieser und der folgenden Methode kein Unterschied) berücksichtigt werden soll, muss nach der 2. Variante (Gegenrechnung mit Überstundenpauschale) abgerechnet werden.

Beispiel 2 (Normalfall)

Überstundenpauschale: 10h
23 Werktage, davon 1 Feiertag, 3 Krankenstandstage (daraus folgt: 4 "anrechenbare" Tage für die Pauschale)

Berechnung des Tages-Anteils der Pauschale:
Formel = (10 / 4.33) / 5 = 0,46h

Saldo am 31.12. = 0,00

Datum

Fehlgrund

Tages-Sollzeit

Tages-Istzeit

Saldo

Ausfall-Prinzip

Di, 01.01.

Feiertag

0,00

0,46

0,46

0,46

Mi, 02.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

0,92

0,46

Do, 03.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

1,38

0,46

Fr, 04.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,46

1,84

0,46

Sa, 05.01.

0,00

0,00

0,00

--

So, 06.01.

0,00

0,00

0,00

--

Mo, 07.01.

Anwesend

8,00

8,50

2,34

--

Di, 08.01.

Anwesend

8,00

8,25

2,59

--

...

...

...

...

...

...

Mi, 30.01.

Anwesend

8,00

8,20

8,50

--

Do, 31.01.

Anwesend

8,00

9,00

9,50

--

Januar 2013


176,00

185,50

-0,50

(1,84)

Die Gutschrift des Ausfall-Prinzips ist während der Abwesenheit direkt auf die Ist-Zeit gebucht worden und hat dadurch den Saldo im entsprechenden Ausmaß erhöht. Dadurch wird am Monatsende von den 9,50 Saldo-Stunden die volle Pauschale von 10h abgezogen. Daraus ergibt sich dann, abhängig von Pauschalisten: Verrechnung, der Saldo von -0,50 oder 0,00, je nachdem welche Einstellung gewählt wurde.

Beispiel Fall "Gegenrechnung am Monatsende"

Beispiel 1 (Spezialfall)

Überstundenpauschale: 10h
Gesamtes Monat krank / im Urlaub / anderer bezahlter Fehlgrund
23 "anrechenbare" Tage für die Pauschale (1 Feiertage, 22 Werktage)

Berechnung des Tages-Anteils der Pauschale:
Formel = (10 / 4.33) / 5 = 0,46h

Saldo am 31.12. = 0,00

Datum

Fehlgrund

Tages-Sollzeit

Tages-Istzeit

Saldo

Ausfall-Prinzip

01.01.

Feiertag

0,00

0,00

0,00

0,46

02.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

03.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

...

...

...

...

...

30.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

31.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

Januar 2013


176,00

176,00

0,00

(10,58)

Laut obiger Formel würde die Summe der Stunden des Ausfall-Prinzips 10,58h betragen (23 x 0,46h). Da die Pauschale aber nur 10h beträgt und keine Buchung auf die Ist-Zeit erfolgt ist, ändert sich in diesem Spezialfall nichts am Saldo.

Beispiel 2 (Normalfall)

Überstundenpauschale: 10h
23 Werktage, davon 1 Feiertag, 3 Krankenstandstage (daraus folgt: 4 "anrechenbare" Tage für die Pauschale)

Berechnung des Tages-Anteils des Pauschale:
Formel = (10 / 4.33) / 5 = 0,46h

Saldo am 31.12. = 0,00

Datum

Fehlgrund

Tages-Sollzeit

Tages-Istzeit

Saldo

Ausfall-Prinzip

Di, 01.01.

Feiertag

0,00

0,00

0,00

0,46

Mi, 02.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

Do, 03.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

Fr, 04.01.

Krank mit Lohnfortzahlung

8,00

8,00

0,00

0,46

Sa, 05.01.

0,00

0,00

0,00

--

So, 06.01.

0,00

0,00

0,00

--

Mo, 07.01.

Anwesend

8,00

8,50

0,50

--

Di, 08.01.

Anwesend

8,00

8,25

0,75

--

...

...

...

...

...

...

Mi, 30.01.

Anwesend

8,00

8,20

8,50

--

Do, 31.01.

Anwesend

8,00

9,00

9,50

--

Januar 2013

176,00

185,50

1,34

(1,84)

Da keine Gutschrift des Pauschale auf die Ist-Zeit erfolgt ist, wird in diesem Fall der Saldo (9,50) mit der Summe des Ausfall-Prinzips (1,84) addiert (= 11,34) und von dieser Summe dann das Pauschale von 10h abgezogen (= 11,34 - 10,00 = +1,34h).

Abhängig von dem unter Pauschalisten: Verrechnung gewählten Wert kann der Saldo auch negativ oder auf 0,00 begrenzt werden.