Externe Clients (Kiosk-Terminals, mobile Apps, Integrationen) sprechen Webdesk über die REST-Schnittstelle an (Pfad /rest/... unterhalb des Webdesk-Kontextpfads). Diese Seite beschreibt, wie sich ein solcher Client authentifiziert, wie ein API-Key angelegt und verwaltet wird und wie über Zugriffsrechte und Zugriffsrecht-Sets festgelegt wird, welche REST-Aufrufe er ausführen darf. Sie richtet sich an Systemadministratoren und Berater. Die Zugriffsrechte für REST-Endpunkte sind unabhängig von den Aktionsberechtigungen der Berechtigungssteuerung (siehe Berechtigungstypen): Diese steuern, wer eine Aktion in der Oberfläche aufrufen darf, die hier beschriebenen Zugriffsrechte steuern, welche REST-URLs mit welcher HTTP-Methode aufgerufen werden dürfen.
|
Merkmal |
Anmeldung mit Benutzer (Session) |
API-Key |
|---|---|---|
|
Typischer Einsatz |
Integrationen und Apps, die im Namen eines Webdesk-Benutzers arbeiten |
Geräte und Systeme ohne Benutzeranmeldung, z. B. Kiosk-Terminals |
|
Ablauf |
|
Jeder Aufruf trägt den HTTP-Header |
|
Berechtigung |
Zugriffsrechte der Rollen des Benutzers (Rollen-Reiter "Zugriffsrechte") |
Zugriffsrechte des API-Keys (direkt am Key und über zugeordnete Zugriffsrecht-Sets) |
Ist der Header X-Auth-Token gesetzt, wird der Aufruf als API-Key-Aufruf behandelt, andernfalls als Session-Aufruf. (Nur im Betriebsmodus dev oder test wird zusätzlich Basic Authentication über den Header Authorization akzeptiert; sie ist für Tests gedacht.)
Der Aufruf /rest/auth/login sowie einige weitere öffentliche Endpunkte (z. B. Passwort-Rücksetzung, Systemzeit) werden von der REST-Authentifizierung nicht geprüft. Für Browser-Anmeldungen ist der normale Weg weiterhin die Webdesk-Login-Seite; /rest/auth/login ist für externe Clients vorgesehen.
Externe Clients mit Benutzeranmeldung benötigen rollenbasierte Zugriffsrechte. Es zählen alle Zugriffsrechte und Zugriffsrecht-Sets aller Rollen, die der angemeldete Benutzer innehat. Ist für URL und HTTP-Methode weder ein erlaubendes noch ein verbietendes Recht vorhanden, wird der Aufruf mit 403 abgewiesen. Einige Endpunkte, die für jeden angemeldeten Benutzer gedacht sind (z. B. unter /rest/po/systeminfo/, /rest/po/users/, /rest/po/actionpermissions/), sind von der Rechteprüfung ausgenommen; für sie genügt die Anmeldung. Ruft die Oberfläche selbst REST-Endpunkte auf (Erkennung über den Referer), gelten stattdessen die in der jeweiligen Aktion hinterlegten Zugriffsrechte (siehe unten).
Ein API-Key kann zusätzlich im Namen eines Webdesk-Benutzers handeln, z. B. wenn ein Kiosk-Terminal nach dem Scannen einer NFC-Karte Daten dieser Person abruft. Dazu sendet der Client einen der beiden Header:
|
Header |
Erklärung |
|---|---|
|
|
ID der NFC-Karte; der Benutzer ist die Person, der die Karte zugewiesen ist. |
|
|
UID der Person. |
Einschränkungen:
Die Zugriffsrechte des Keys bleiben auch bei Impersonation maßgeblich; die Rechte der identifizierten Person erweitern sie nicht.
Die Masken liegen im Admin-Menü unter "System" (im Ordner "Sicherheit"): "API Keys" (Liste) und "Zugriffsrecht Sammlung" (Zugriffsrecht-Sets). Je nach Menüaufbau des Systems kann der Eintrag "Zugriffsrecht Sammlung" auch direkt unter "System" stehen.
Die Liste zeigt alle Keys mit den Spalten "API Key" (der Schlüsselwert selbst), "API Consumer", "Gültig von" und "Gültig bis"; auch ungültig gemachte Keys bleiben sichtbar. Über das Symbol in der ersten Spalte wird ein Key geöffnet, über die Schaltfläche "Generate New API Key" ein neuer angelegt.
Achtung: Ein neuer Key ohne Zugriffsrecht-Set und ohne eigene Rechte ist zwar gültig, darf aber keinen einzigen Endpunkt aufrufen (Antwort 403).
Achtung: Der Schlüsselwert ist das Geheimnis, mit dem sich der Client ausweist, und wird in der Liste und in der Maske im Klartext angezeigt. Der Zugriff auf diese Masken sollte entsprechend eingeschränkt sein; Keys gehören in keine Dokumentation, kein Ticket und keine URL. Webdesk bietet für Bilder (/image/...) zwar zusätzlich den Parameter apiKey an, der Header X-Auth-Token ist aber vorzuziehen.
Gehört der (gültige) Key zu einem Kiosk, weist die Rückfrage darauf hin, dass dieser Kiosk danach nicht mehr funktioniert. Das Ungültigmachen oder Löschen löst die Verbindung zwischen Kiosk und Key; einen neuen Key erzeugt man in der Kiosk-Maske (siehe unten).
Für Kiosks (Menü "Karten u. Kiosk" > "Kiosks") verwaltet Webdesk den Key selbst:
API Consumer = Kioskname) und diesem das Standard-Zugriffsrecht-Set des Kiosk-Typs zugeordnet (siehe unten).|
Eigenschaft |
Erklärung |
mögliche Wert(e) |
|---|---|---|
|
"Selektor" |
Pfad des REST-Endpunkts, ohne Kontextpfad und ohne Query-Parameter, beginnend mit |
Text, Pflichtfeld |
|
"Privileg" |
Erlaubte Art des Zugriffs. Zuordnung zur HTTP-Methode siehe unten. |
READ, CREATE, UPDATE, DELETE, FULL |
|
"Ablehnen" |
Bei gesetztem Haken verbietet das Recht den Zugriff, statt ihn zu erlauben. |
Ja/Nein (Standard: Nein, das Recht erlaubt) |
|
HTTP-Methode |
benötigtes Privileg |
|---|---|
|
GET |
READ |
|
POST |
CREATE |
|
PUT, PATCH |
UPDATE |
|
DELETE |
DELETE |
FULL entspricht READ, CREATE, UPDATE und DELETE zusammen. Andere HTTP-Methoden (z. B. HEAD) können nicht zugeordnet werden und führen zu einer Fehlerantwort 401.
|
Ort |
Wirkung |
|---|---|
|
API-Key (Abschnitte "Api Key Zugriffsrecht-Sets" und "Api Key-Spezifische Zugriffsrechte") |
Für Aufrufe mit |
|
Rolle (Reiter "Zugriffsrechte" in der Rollenmaske, Abschnitte "Rollenspezifische Zugriffsrecht-Sets" und "Rollenspezifische Zugriffsrechte"; siehe Rollen) |
Für Session-Aufrufe aller Rolleninhaber. Der Reiter ist nur für Systemadministratoren und nicht bei abgeleiteten Mandanten-Rollen sichtbar. |
|
Aktion (Datei |
Für REST-Aufrufe, die die Oberfläche aus dieser Aktion heraus tätigt. Nicht über die Oberfläche änderbar: Die Aktion zeigt sie im Reiter "Zugriffsrechte" nur an, Änderungen dort werden nicht gespeichert. |
|
Zugriffsrecht-Set |
Wiederverwendbare Sammlung von Rechten, die beliebig vielen Keys und Rollen zugeordnet werden kann. |
In act-descr.xml werden Rechte als <accessrights><accessright selector="/rest/po/audit/label/*" privilege="GET"/></accessrights> deklariert. Das Attribut privilege nimmt eine oder mehrere (durch Komma getrennte) HTTP-Methoden entgegen, z. B. GET,POST. Solche Rechte erlauben immer; ein Ablehnen ist nicht möglich.
Achtung: Änderungen an einem Set wirken auf alle Keys und Rollen, denen es zugeordnet ist.
Für Kiosk-Keys legt Webdesk beim ersten Bedarf ein Set mit dem Namen Default <Typ> Kiosk Access Right Set an (Typ = PTM, TA oder PTM_TA) und ordnet es dem neuen Key zu. Die Sets enthalten (alle erlaubend):
|
Selektor |
Privileg |
in Set |
|---|---|---|
|
|
FULL |
PTM, TA |
|
|
FULL |
PTM, TA |
|
|
FULL |
PTM, TA |
|
|
READ |
PTM, TA |
|
|
FULL |
nur TA |
"Default PTM_TA Kiosk Access Right Set" vereinigt die Rechte beider Sets. Ein einmal angelegtes Set wird über seinen Namen wiedergefunden; spätere Änderungen an der Standardkonfiguration verändern ein bestehendes Set nicht. Man kann ein Set jedoch in der "Zugriffsrecht Sammlung" bearbeiten, dann ändern sich die Rechte aller Kiosks dieses Typs.
Für einen API-Key-Aufruf werden die Rechte des Keys und aller seiner Sets zusammengeführt und gegen Pfad und HTTP-Methode des Aufrufs geprüft:
/rest/po/kiosks/4711) wird mit den Selektoren verglichen. Methode und benötigtes Privileg ergeben sich aus der obigen Tabelle.FULL wirkt wie READ, CREATE, UPDATE und DELETE. Erlaubt ein Selektor UPDATE oder CREATE, ist READ für diesen Selektor mit erlaubt (sofern READ dort nicht abgelehnt ist).Für Session-Aufrufe werden dieselben Regeln auf die Rechte der Rollen des Benutzers angewendet. Auch hier gilt: kein passendes Recht bedeutet 403.
Ein externes Terminal soll Personendaten abrufen, aber nichts verändern. (Die Pfade sind Beispiele; die tatsächlichen Pfade eines Endpunkts zeigt die Swagger UI.)
Terminal nur lesen./rest/po/persons/*, "Privileg" = READ, "Ablehnen" nicht gesetzt. Speichern.Terminal Eingang Wien; im Abschnitt "Api Key Zugriffsrecht-Sets" das Set "Terminal nur lesen" hinzufügen; speichern.X-Auth-Token eintragen.Ergebnis: GET /rest/po/persons/... wird beantwortet. POST, PUT oder DELETE auf denselben Pfad sowie jeder Aufruf eines anderen Pfads liefern 403. Wird später der Zugriff entzogen, genügt es, das Set zu ändern oder den Key über "ungültig machen" zu sperren (401).
Hinweis: Der Terminal-Key aus diesem Beispiel ist keinem Kiosk zugeordnet und kann daher keine Benutzer-Identifikation (User-Identification-...) verwenden. Keys für Kiosks entstehen über die Kiosk-Verwaltung.
|
Antwort |
mögliche Ursachen und Prüfung |
|---|---|
|
401 (nicht authentifiziert) |
|
|
403 (nicht berechtigt) |
|
Zusätzlich protokolliert der Dienst auf Debug-Ebene für jede Prüfung eine Zeile der Art "Check if api key ... has permission to make a GET call over /rest/...". Sie nennt Methode und Pfad des Aufrufs (Logger at.workflow.webdesk.po.impl.PoAccessRightServiceImpl).
Für Aufrufe aus Browsern, die von einer anderen Adresse stammen, setzt Webdesk die CORS-Header. Die erlaubten Ursprünge stehen im Systemparameter allowedOriginsForCORS der Bean SecurityHeadersOptions (Maske "Systemparameter"). Eine Anfrage mit passendem Origin erhält Access-Control-Allow-Origin mit diesem Wert und Access-Control-Allow-Credentials: true. Einträge dürfen * enthalten, z. B. https://app.example.com oder https://*.example.com. Erlaubte Request-Header sind u. a. X-Auth-Token, User-Identification-NfcCard und User-Identification-Useruid. Native Apps und Terminals senden keinen Origin-Header und sind davon nicht betroffen.
Achtung: Im ausgelieferten Standard ist die Liste leer. In diesem Fall wird jeder gesendete Origin unverändert zurückgegeben, d. h. es wird jeder Ursprung erlaubt. Für Systeme, die aus dem Internet erreichbar sind, sollten die erlaubten Ursprünge eingetragen werden.
login_process. Das ist bei der Bewertung von Sicherheitsthemen und beim Hinzufügen neuer POST-Endpunkte zu beachten.LoginTokenUtils, z. B. für serverseitige Report-Downloads mit Benutzerwechsel) und der temporäre Zugriff über security-key liegen im Cache des jeweiligen Knotens. Im Cluster können Aufrufe, die auf einem anderen Knoten landen, deshalb scheitern, wenn die Requests nicht auf einen Knoten fixiert werden.rest/swagger-ui/index.html mit den REST-Endpunkten von Webdesk, ihren Pfaden, Methoden und Parametern. Aufrufe aus der Swagger UI laufen mit der Sitzung des angemeldeten Benutzers. Zulässig sind sie für Systemadministratoren und für Benutzer, die über irgendeine ihrer Aktionen Zugriffsrechte auf den Endpunkt haben. Die Swagger UI eignet sich, um Pfade für Selektoren nachzuschlagen.postman/Webdesk - Public API.postman_collection.json. Sie enthält den Aufruf "Login" (POST {{restURL}}/auth/login) sowie Beispielaufrufe zur Zeitwirtschaft (Abwesenheitsgründe, eigene Buchungen, aktueller Status, Buchung auslösen). Die Variable restURL ist in der Collection nicht vorbelegt und muss auf die REST-Basisadresse des Systems (Webdesk-Adresse mit Zusatz /rest) gesetzt werden. Die Collection verwendet die Anmeldung per Session, keine API-Keys.