Deckungsprüfung

Was ist eine Deckungsprüfung bei All-in-Verträgen?

Eine Deckungsprüfung dient der Überprüfung, ob das Gehalt eines All-in-Vertrags bzw. einer Überstundenpauschale die tatsächlich geleistete Arbeitszeit korrekt abdeckt.
In Österreich ist diese Prüfung besonders relevant, da All-in-Verträge weit verbreitet sind – viele Mitarbeitende wissen jedoch nicht, ob sie fair entlohnt werden.

Hintergrund: All-in-Vertrag in Österreich

Ein All-in-Vertrag kombiniert das Grundgehalt mit einer pauschalen Abgeltung von Überstunden.
Die Regelung soll administrative Prozesse vereinfachen – führt in der Praxis aber oft zu Unsicherheiten darüber, ob die Pauschale die tatsächliche Leistung deckt.

Typische Fragen sind:

  • Welche Überstunden sind im All-in enthalten?
  • Deckt die Pauschale die tatsächlich geleisteten Stunden ab?
  • Gibt es Anspruch auf Nachzahlungen?

Genau hier setzt die Deckungsprüfung an.

Wie funktioniert eine Deckungsprüfung?

Bei einer Deckungsprüfung werden mehrere Punkte analysiert:

  • Der anzuwendende Kollektivvertrag
    → Welche Grundgehälter und Überstundenzuschläge sind vorgeschrieben?
  • Die tatsächlich geleistete Arbeitszeit
    → inklusive Mehrarbeit, Überstunden, Wochenend- und Feiertagszuschläge.
  • Das ausbezahlte All-in-Gehalt
    → inklusive pauschaler Überstundenabgeltung.

Ergebnis:
Es wird festgestellt, ob das Gesamtgehalt die tatsächlich geleisteten Stunden abdeckt oder ob eine Unterdeckung besteht.

Wie sieht ein Praxisbeispiel für eine Deckungsprüfung aus?

Ein:e Mitarbeitende:r mit All-in-Vertrag erhält 60.000 € brutto pro Jahr.
Im Vertrag sind 200 Überstunden pauschal abgegolten.

Am Jahresende zeigt die Arbeitszeitaufzeichnung:
230 tatsächlich geleistete Überstunden

Laut Kollektivvertrag wären dafür 63.000 € fällig.
Es liegt eine Unterdeckung von 3.000 € vor – diese muss nachgezahlt werden.

Wann besteht Anspruch auf Nachzahlung?

Ein Anspruch auf Nachzahlung besteht, wenn die tatsächliche Arbeitsleistung höher bewertet ist als die pauschale Abgeltung im All-in-Gehalt.

Häufige Gründe:

  • Es wird regelmäßig mehr gearbeitet als vereinbart
  • Die Überstundenpauschale ist zu niedrig angesetzt
  • Die Einstufung im Kollektivvertrag ist nicht aktuell

Worauf sollten Arbeitnehmende achten?

  • Arbeitszeiten lückenlos dokumentieren – ohne Daten ist keine Deckungsprüfung möglich
  • All-in-Vereinbarung im Detail prüfen – besonders den Umfang der inkludierten Stunden
  • Regelmäßig vergleichen – stimmen Gehalt und tatsächliche Leistung überein?

Worauf sollten Unternehmen & HR-Abteilungen achten?

  • Regelmäßige Deckungsprüfungen durchführen – idealerweise jährlich oder bei Austritt
  • Korrekte Kollektivvertrags-Einstufung sicherstellen
  • Digitale Zeiterfassung nutzen – automatisierte Systeme schaffen Transparenz und reduzieren Fehler

Warum ist die Deckungsprüfung wichtig?

Für Arbeitnehmende:
→ Schutz vor unbezahlter Mehrarbeit und klare, nachvollziehbare Gehaltsstrukturen.

Für Unternehmen:
→ Rechtssicherheit, faire Entlohnung und Vermeidung von Streitfällen oder hohen Nachzahlungen.

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