Was sind Reisezeiten?
Reisezeiten sind jene Zeiten, in denen Mitarbeitende im Auftrag des Unternehmens beruflich unterwegs sind, um einen Arbeitsort außerhalb des gewöhnlichen Arbeitsplatzes zu erreichen oder von dort zurückzukehren.
Dazu zählen beispielsweise Fahrten zu:
- Kundenterminen
- Außendienst-Einsätzen
- Schulungen oder Seminaren
- Messen und Veranstaltungen
- Zweigstellen oder Baustellen
- Dienstreisen im In- und Ausland
Ob Reisezeiten als Arbeitszeit, Ruhezeit oder vergütungspflichtige Zeit gelten, hängt in Österreich von mehreren Faktoren ab – insbesondere vom Arbeitsvertrag, Kollektivvertrag, der Tätigkeit während der Reise und den gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Warum sind Reisezeiten wichtig?
Für Mitarbeitende:
- Faire Vergütung beruflich bedingter Wegezeiten
- Transparenz über Arbeitszeitkonten und Überstunden
- Einhaltung von Ruhezeiten und Belastungsgrenzen
- Klare Regelungen zu Spesen und Reisekosten
Für Unternehmen:
- Rechtssichere Arbeitszeitabrechnung
- Korrekte Planung von Außendienst und Dienstreisen
- Transparente Kostenkontrolle bei Reisen
- Vermeidung von Konflikten zu Vergütung und Zeiterfassung
Reisezeiten sind daher ein zentrales Thema im Zusammenspiel von Arbeitsrecht, Zeiterfassung und HR-Organisation.
Wann zählen Reisezeiten als Arbeitszeit?
Ob Reisezeiten als Arbeitszeit gelten, hängt stark vom Einzelfall ab. Typische Beispiele:
- Aktive Arbeitsleistung während der Reise
→ z. B. Fahren eines Firmenfahrzeugs, Kundentelefonate, Vorbereitung von Terminen - Reise innerhalb der regulären Arbeitszeit
→ häufig als Arbeitszeit zu berücksichtigen - Passive Reisezeit außerhalb der Normalarbeitszeit
→ z. B. Zugfahrt ohne Arbeitsleistung; oft abhängig von Vertrag oder Kollektivvertrag - Internationale Dienstreisen
→ zusätzliche Regelungen zu Ruhezeiten, Spesen und Arbeitszeit können relevant sein
Wichtig: Die konkrete Bewertung sollte immer anhand der betrieblichen Regelung und kollektivvertraglichen Bestimmungen erfolgen.
Wie werden Reisezeiten in der Praxis erfasst?
- Start der Dienstreise dokumentieren
- Abfahrt, Treffpunkt oder Reisebeginn
- Reiseart festhalten
- Auto, Bahn, Flug, Taxi etc.
- Arbeitsleistung während der Reise erfassen
- Telefonate, Laptop-Arbeit, Meetings unterwegs
- Ankunft und Ende dokumentieren
- Rückkehr oder Hotelankunft
- Übergabe an Arbeitszeit- und Reisekostensystem
Praxisbeispiel:
Ein:e Mitarbeitende:r fährt von Wien zu einem Kundentermin nach Graz:
- 07:00 Uhr Abfahrt
- 09:30 Uhr Kundentermin
- 13:00 Uhr Rückfahrt
- 16:00 Uhr Rückkehr Büro/Homeoffice
Je nach Regelung können Teile oder die gesamte Reisezeit arbeitszeitrelevant sein.
Reisezeiten im Zusammenhang mit Personalwolke
Mit der HR-Software Personalwolke lassen sich Reisezeiten digital, transparent und effizient verwalten:
- Mobile Erfassung von Reisezeiten unterwegs
- Verknüpfung mit Arbeitszeitkonten und Überstundenmodellen
- Dokumentation von Dienstreisen und Außendienstterminen
- Integration mit Abwesenheiten, Spesen und Reports
- Auswertungen für HR, Führungskräfte und Controlling
- Rechtssichere Nachvollziehbarkeit aller Zeitbuchungen
Dadurch werden Reisezeiten nicht nur korrekt erfasst, sondern auch administrativ deutlich einfacher steuerbar.
Worauf sollten Arbeitnehmende achten?
- Reisezeiten vollständig dokumentieren
- Klären, welche Zeiten als Arbeitszeit gelten
- Belege und Reisedaten aufbewahren
- Ruhezeiten bei längeren Reisen beachten
- Rückfragen frühzeitig mit HR abstimmen
Worauf sollten Unternehmen & HR-Abteilungen achten?
- Klare interne Richtlinien zu Reisezeiten definieren
- Kollektivvertragliche Regelungen prüfen
- Digitale Zeiterfassungssysteme einsetzen
- Führungskräfte zu korrekter Handhabung schulen
- Reisezeiten in HR-Reports und Kostenanalysen berücksichtigen
- Transparente Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden sicherstellen
Warum sind Reisezeiten wichtig?
Für Mitarbeitende:
→ faire Vergütung, Transparenz und Schutz vor Überbelastung
Für Unternehmen:
→ Rechtssicherheit, planbare Prozesse und saubere KostenkontrolleReisezeiten sind somit ein wesentlicher Bestandteil moderner Arbeitszeit- und Mobilitätsmodelle.

