Abrechnungsdefinitionen parametrieren
Tagespauschalen und Abrechnungsdefinitionen konfigurieren
Dieser Leitfaden beschreibt die vollständige Konfiguration der Tagespauschalen im Dialog tm_editAllowanceCalcDef.act. Technisch bearbeitet der Dialog einen TmAllowanceCalcDefCtx: einen Kontext mit zeitlich gültigen Rechenversionen und getrennten Zuordnungen. Die regionalen Basisbeträge für Tag- und Nächtigungsgeld werden nicht hier, sondern in den regionalen Taggelddefinitionen gepflegt.
Geltungsbereich: Dieser Artikel behandelt Tagespauschalen. Nächtigungsgeld, regionale Basissätze, Reisetypen und Validierungsskripte sind abhängige Konfigurationen und werden an den passenden Stellen verlinkt.
Konfigurationslandkarte
| Stufe | Was wird konfiguriert? | Wirkung zur Laufzeit |
|---|---|---|
| 1. Kontext | Name, Mandant, Definitions-Typ und optional eine Standarddefinition | Legt fest, welche Rechenart grundsätzlich verfügbar ist. |
| 2. Rechenversion | Gültigkeitszeitraum, Algorithmus, Inlandsregion, Lohnarten und Schwellwerte | Für das Reisedatum wird genau die passende historische Version gewählt. |
| 3. Faktoren | Stunden-/Tagesbereiche, Faktoren oder Klassifikatoren für Inland und Ausland | Aus Reisezeit und Regionen entstehen auszahlbare Tagesanteile. |
| 4. Reduktionen | Mahlzeitenabzüge, Langzeit- und Mehrfachreise-Abzüge | Verringern die Tagespauschale nach fachlichen Regeln. |
| 5. Zuordnung | Reisetyp sowie Mandant, Gruppe, Rolle oder Person mit Gültigkeit | Bestimmt, welche Person bei welchem Reisetyp diesen Kontext erhält. |
| 6. Abnahme | Reise mit Zeit, Etappen, Regionen, Mahlzeiten und Wiederholreisen | Belegt Betrag, steuerfreien Anteil, Kommentar und Reduktionsursache. |
Voraussetzungen
- Die Regionen und deren USt-/Gesetzeszuordnungen sind gepflegt.
- Die regionalen Basisbeträge für Tages- und gegebenenfalls Nächtigungsgeld sind für Inland und Ausland vorhanden.
- Die benötigten Reisetypen, Mandanten, Gruppen, Rollen und Personen sind angelegt.
- Die fachliche Regel beantwortet vorab: 24-Stunden- oder Kalendertaglogik, Inlands- und Auslandsbehandlung, Abzüge, steuerfreier Anteil und historischer Gültigkeitsbeginn.
- Für Lohnexporte sind Lohnart und steuerfreie Lohnart mit dem Zielsystem abgestimmt.
1. Kontext anlegen
| Feld | Bedeutung und Regel |
|---|---|
| Name | Eindeutige, fachlich verständliche Bezeichnung des gesamten Regelwerks, zum Beispiel für eine Reisekostenrichtlinie. Der Name wird in Administration und Zuordnungen verwendet. |
| Beschreibung | Administrative Erläuterung; im Formular auf 255 Zeichen begrenzt. Hier Rechtsgrundlage, Fachverantwortung und Gültigkeitskonzept dokumentieren. |
| Mandant | Grenzt den Kontext organisatorisch ein. Die fachliche Auswahl für Reisende erfolgt zusätzlich über die Zuordnungen. |
| Voreingestellte Abrechnungsdefinition | Fallback, wenn keine spezifische Zuordnung greift. Eine Standarddefinition darf keine Zuordnungen besitzen; das Formular validiert diese Kombination. |
| Definitions-Typ | Legt das Datenmodell und damit die sichtbaren Eingaben fest. Nach produktiver Verwendung nicht nachträglich umstellen; für einen Modellwechsel einen neuen Kontext anlegen. |
| Historie anzeigen | Blendet abgelaufene Rechenversionen ein. Sie dient der Nachvollziehbarkeit und ist vor Änderungen an historischen Reisen zu aktivieren. |
2. Definitions-Typ wählen
| Typ | Verwendung | Algorithmus- und Optionsfelder |
|---|---|---|
| LEGACY | Bestehende ältere Konfigurationen, bei denen Auszahlung und Steuerfreiheit gemeinsam gerechnet werden. | Ein Feld Implementierung mit den älteren Implementierungen. Faktoren enthalten Auszahlung und steuerfrei nebeneinander. Nur für bestehende Legacy-Regeln weiterpflegen. |
| Auszahlungssicht (Unternehmen) | Nur der Betrag, den das Unternehmen auszahlt. | Ein Rechner-Bean und ein Satz Rechneroptionen. Steuerfreie Kürzungen können konfiguriert werden. |
| Steuerliche Sicht (steuerfrei) | Nur der steuerfreie Anteil. | Ein Rechner-Bean und ein Satz Rechneroptionen. Bestimmte Unternehmensoptionen, etwa die Kürzung auf den Auszahlungsbetrag, sind ausgeblendet. |
| Zusammengesetzt | Auszahlung und Steuerfreiheit werden als zwei Sichten in einer Rechenversion geführt. | Je ein Rechner-Bean und ein eigener Satz Optionen für Unternehmens- und Steuerfreiheitssicht. |
Der Dialog bietet für moderne Sichten die aktuell registrierten AllowanceCalculator-Beans an. In der Standardinstallation sind insbesondere TmAllowanceCalculator24HourImpl und TmAllowanceCalculatorCalDayImpl relevant. Nicht per Freitext einen Bean-Namen eintragen oder eine nicht angebotene Implementierung voraussetzen.
3. Rechenversionen historisieren
Ein Kontext enthält eine oder mehrere Abrechnungsdefinitionen mit Gültig von und Gültig bis. Mindestens eine Version ist Pflicht. Der Dialog verhindert überschneidende Zeiträume innerhalb dieses Kontexts. Neue gesetzliche oder betriebliche Regeln werden als neue Version ab einem Stichtag angelegt; eine alte Version wird nicht überschrieben.
| Feld | Konfiguration |
|---|---|
| Beschreibung | Bezeichnet die konkrete historische Version, zum Beispiel „AT 2026 ab 01.01.“. |
| Gültig von / Gültig bis | Pflichtfelder. Zeiträume dürfen nicht überlappen. Die Auswahl verwendet das Reisedatum, daher Stichtage mit einer Reise vor und nach dem Wechsel testen. |
| Inlandsregion | Pflichtfeld. Sie definiert, welche Region als Inland gilt und welche Reiseabschnitte als Ausland verarbeitet werden. |
| Lohnart / Lohnart steuerfrei | Exportinformationen für die nachgelagerte Lohnverrechnung. Nur Werte verwenden, die im Zielsystem vereinbart sind. |
| Vorberechnungsskript | Expertenfunktion. Das Skript läuft vor der Berechnung und kann mit Reise und Rechner arbeiten beziehungsweise den Rechner ersetzen. Nur versionierte, getestete Skripte einsetzen; keine fachliche Kernlogik ohne Testfälle darin verstecken. |
4. Algorithmus und Rechneroptionen
Der gewählte Rechner bestimmt, welche Optionen im Formular angeboten werden. Optionen werden je moderner Sicht gespeichert: bei Auszahlungssicht beziehungsweise steuerfreier Sicht einmal, bei zusammengesetzten Definitionen getrennt für beide Sichten.
So sind die Beispiele zu lesen: Die Eurobeträge ergeben sich immer aus der regionalen Taggelddefinition. Deshalb verwenden die Beispiele Faktoren: 1 bedeutet den in der Region definierten vollen Tagesbetrag, 2/3 zwei Drittel. Die angegebenen Faktorgrenzen sind bewusst nur Beispielwerte. Vor der Produktivsetzung muss die eigene Faktortabelle mit einer Testreise geprüft werden.
| Option | Wann sichtbar | Fachliche Wirkung mit konkretem Beispiel |
|---|---|---|
| Restliche Auslandsstunden als Inland abrechnen | 24-Stunden und Kalendertag | Wirkung: Der Rechner bewertet zunächst die gesamte geschäftliche Reisezeit mit den Inlandfaktoren und zieht danach die bereits ermittelten Auslandfaktoren ab. Damit erhält die Zeit, die in einem 24-Stunden-Fenster nicht als Auslandstaggeld vergütet wird, eine Inlandsbewertung. Beispiel: Eine 24-Stunden-Reise umfasst 08:00 bis 16:00 Uhr Deutschland und im Übrigen Österreich. Für die ganze Reise ergäbe die Inlandstabelle Faktor 1, für Deutschland Faktor 1/3. Mit aktiver Option verbleibt Faktor 2/3 als Inlandanteil, zusätzlich zum deutschen Anteil. Ohne Option werden nur die tatsächlichen Inlandsintervalle einzeln nach ihrer jeweiligen Dauer bewertet. Das kann bei gestaffelten Faktorgrenzen zu einem anderen Ergebnis führen. Prüffall: Dieselbe Reise mit aktivierter und deaktivierter Option berechnen und Inland- sowie Auslandfaktoren im Kommentar vergleichen. |
| Kein Auslandsbetrag? Stunden erneut mit Inlandfaktoren bewerten | 24-Stunden und Kalendertag | Wirkung: Diese Rückfallregel greift nur dann, wenn die gesamte Auslandsberechnung keinen einzigen Auslandfaktor ergeben hat, beispielsweise weil jede Auslandsetappe unter der konfigurierten Mindestdauer liegt. Dann wird die Reisezeit nach den Inlandfaktoren bewertet. Beispiel: Eine ausschließlich geschäftliche Besprechung in Deutschland dauert 4 Stunden. Die Auslandskonfiguration verlangt mehr als 5 Stunden und liefert daher Faktor 0. Ist die Option aktiv und enthält die Inlandsfaktortabelle für 4 Stunden Faktor 1/3, wird Faktor 1/3 zum Inlandssatz ausgezahlt. Erzielt auch nur eine Auslandsetappe einen Auslandfaktor, greift diese Rückfallregel nicht. Prüffall: Eine Reise knapp unter und eine knapp über der Auslandsmindestdauer erfassen; nur die erste darf auf Inland zurückfallen. |
| Etappen gleicher Region vor der Tages-/Stundenberechnung zusammenführen | 24-Stunden und Kalendertag | Wirkung: Geschäftsabschnitte derselben Region werden für die Ermittlung von Tagen und Stunden gemeinsam betrachtet. Das verhindert, dass zwei kurze Aufenthalte derselben Region jeweils nur die untere Faktorgrenze erreichen. Private Aufenthalte bleiben dabei ausgenommen und unterbrechen die Zusammenfassung. Beispiel: Eine Reise enthält zwei deutsche Geschäftsetappen von 08:00 bis 12:00 Uhr und von 14:00 bis 19:00 Uhr. Bei einer Faktorgrenze ab 8 Stunden können die zusammengeführten 9 Stunden den höheren Bereich erreichen. Ohne Option werden 4 und 5 Stunden als getrennte Etappen bewertet und können deshalb nur niedrigere Faktoren oder keinen Faktor ergeben. Prüffall: Zwei gleichregionale Etappen mit derselben Gesamtzeit einmal zusammengeführt und einmal getrennt berechnen; anschließend den Regionsanteil und die angewendeten Faktoren vergleichen. |
| Alle Inlandsintervalle zu einem Block für die Faktorberechnung zusammenfassen | 24-Stunden | Wirkung: Die tatsächlich im Inland liegenden Zeiträume werden zu einem einzigen Zeitblock addiert, bevor die Inlandfaktortabelle angewendet wird. Diese Option wirkt nur, wenn die beiden zuvor beschriebenen Rückfalloptionen deaktiviert sind; bei einer Kalendertagsdefinition ist sie nur relevant, wenn diese in die 24-Stunden-Berechnung delegiert. Beispiel: In einer gemischten Reise liegen zwei österreichische Geschäftsintervalle von je 3 Stunden zwischen Auslandsetappen. Bei einer Inlandsgrenze ab 4 Stunden bleiben beide Intervalle einzeln unter der Grenze. Mit dieser Option werden 6 Stunden als ein Inlandblock bewertet und können beispielsweise Faktor 1/3 ergeben. Prüffall: Zuerst beide Rückfalloptionen deaktivieren. Danach eine Reise mit zwei kurzen Inlandsintervallen berechnen und kontrollieren, dass nicht zwei Einzelbewertungen, sondern ein addierter Inlandzeitraum zugrunde liegt. |
| 24h-Fenster am ersten Grenzübertritt statt am Reisebeginn ausrichten | 24-Stunden | Wirkung: Die 24-Stunden-Scheiben beginnen am ersten Auslandsabschnitt, nicht am Beginn der Gesamtfahrt. Das verschiebt alle folgenden Fenster um dieselbe Zeit und ist besonders relevant, wenn Auslandsaufenthalte über mehrere Tage gehen oder kurz vor Ende eines Fensters liegen. Beispiel: Die Reise beginnt in Wien um 06:00 Uhr; die erste Auslandsetappe beginnt um 11:00 Uhr. Ohne Option reichen die ersten 24 Stunden von 06:00 Uhr bis zum Folgetag 06:00 Uhr. Mit Option reicht das erste relevante Auslandsfenster von 11:00 Uhr bis zum Folgetag 11:00 Uhr. Eine Auslandsetappe am Folgetag um 08:00 Uhr liegt damit je nach Einstellung in einem anderen Fenster und kann einen anderen Faktor erhalten. Prüffall: Eine zweitägige Reise mit dokumentiertem Grenzübertritt und einer Auslandsetappe kurz vor 11:00 Uhr am Folgetag verwenden; die Faktoraufteilung pro Fenster vergleichen. |
| Mehr als den Maximalfaktor je 24h erlauben | 24-Stunden | Wirkung: Standardmäßig begrenzt der Rechner die Summe der Faktoren innerhalb eines 24-Stunden-Fensters auf den konfigurierten Tageshöchstfaktor. Ist die Option aktiv, werden Faktoren aus mehreren Auslandregionen im selben Fenster nicht auf diesen Höchstwert gekürzt. Beispiel: Ein Fahrer verbringt innerhalb eines 24-Stunden-Fensters ausreichend lange Zeit in Region A und Region B. Die Faktortabelle liefert je Region Faktor 2/3. Ohne Option wird die Summe von 4/3 auf höchstens Faktor 1 begrenzt; der zuletzt hinzukommende Anteil wird entsprechend gekürzt. Mit Option bleiben beide Anteile erhalten, also insgesamt Faktor 4/3. Welche Region bei ausgeschalteter Option gekürzt wird, hängt von der Reihenfolge der Etappen ab. Prüffall: Eine Mehrregionenreise innerhalb von 24 Stunden mit aktivierter und deaktivierter Option berechnen; Gesamtfaktor, Regionsanteile und Kommentierung müssen zur arbeitsrechtlichen Vorgabe passen. |
| Inlandsanteile an An- bzw. Abreisetagen einer Auslandsreise ignorieren | Kalendertag | Wirkung: Ankunfts- und Abreisetage mit Auslandsetappe werden in der Unternehmenssicht vollständig der Auslandsetappe zugeordnet. Der Inlandanteil dieses Tages wird nicht zusätzlich ausgezahlt; die Auslandsetappe wird für die Tagesbewertung auf den entsprechenden Tagesrahmen erweitert. Die Einstellung wirkt nicht für die steuerfreie Sicht und nicht für reine Inlandtage oder Zwischentage ohne Auslandsetappe. Beispiel: Am Anreisetag fährt die reisende Person von 07:30 bis 08:00 Uhr in Österreich zum Flughafen und ist von 08:00 bis 23:30 Uhr geschäftlich in Deutschland. Mit Option erhält der österreichische 30-Minuten-Anteil keinen separaten Unternehmensbetrag; die Anreise wird für die Tagesbewertung dem deutschen Auslandsanteil zugerechnet. Ohne Option können Inland- und Auslandanteile gemäß den üblichen Tagesregeln getrennt einfließen. Prüffall: Für dieselbe Auslandsreise Anreisetag, Zwischentag und Abreisetag vergleichen und Unternehmens- sowie steuerfreie Sicht getrennt prüfen. |
| Auslandsetappen mit dem 24h-Algorithmus abrechnen | Kalendertag | Wirkung: Die Abrechnungsdefinition bleibt eine Kalendertagsdefinition, aber die Auslandsteile werden intern an den 24-Stunden-Rechner übergeben. Damit gelten für Ausland die Regeln zu Zeitfenstern, Regionszusammenfassung und Höchstfaktoren des 24-Stunden-Verfahrens; der Inlandteil bleibt Kalendertaglogik. Beispiel: Eine Auslandsreise beginnt Dienstag um 18:00 Uhr und endet Mittwoch um 18:00 Uhr. Ohne Option werden Dienstag und Mittwoch nach den Faktor-Sets für An- und Abreisetag bewertet. Mit Option bildet der Auslandsteil ein 24-Stunden-Fenster von Dienstag 18:00 Uhr bis Mittwoch 18:00 Uhr und wird nach der 24-Stunden-Faktortabelle bewertet. Ob dadurch ein höherer oder niedrigerer Betrag entsteht, bestimmen die konfigurierten Faktoren und Mindestgrenzen. Prüffall: Eine exakt 24-stündige Auslandreise und eine Reise von 23 Stunden 59 Minuten erfassen; Faktorgrenzen und Schnitt über Mitternacht prüfen. |
| Bei Etappen Inlandreisen ebenfalls mit dem 24h-Algorithmus abrechnen | Kalendertag | Wirkung: Sobald zu einer Reise Etappen vorhanden sind, delegiert der Kalendertagsrechner auch die Inlandberechnung an den 24-Stunden-Rechner. Ohne Etappen bleibt die normale Kalendertagslogik bestehen. Die Option steuert damit nicht nur die Darstellung der Etappen, sondern kann die Faktorermittlung über Mitternacht grundlegend ändern. Beispiel: Eine Inlandreise mit gepflegten Etappen startet Mittwoch um 18:00 Uhr und endet Donnerstag um 10:00 Uhr. Ohne Option können Mittwoch und Donnerstag als zwei Kalendertage mit An- und Abreisefaktoren bewertet werden. Mit Option wird der 16-Stunden-Zeitraum ab Mittwoch 18:00 Uhr als Teil eines 24-Stunden-Fensters bewertet. Bei einer 12-Stunden-Grenze kann daraus beispielsweise Faktor 1 entstehen, während die Kalendertaglogik zwei geringere Tagesfaktoren liefert. Prüffall: Dieselbe Inlandreise einmal ohne Etappen und einmal mit mindestens einer Etappe speichern; der Wechsel auf die 24-Stunden-Logik darf nur im zweiten Fall auftreten. |
Regel: Optionen immer mit einem Gegenbeispiel testen. Besonders die Kombination aus Mindeststunden, Etappen, Rückfall auf Inland und der Abgrenzung von 24-Stunden-Fenstern kann den Auszahlungsbetrag wesentlich ändern.
5. Faktoren, Zeitgrenzen und Steuerlogik
| Feld | Bedeutung | Wichtige Hinweise |
|---|---|---|
| Faktortyp | Der Legacy-Dialog bietet Zwölftel oder Prozent. | Beim Wechsel werden die älteren Inland-/Auslandstabellen und Abzüge umgerechnet. Faktor-Sets werden dabei nicht automatisch umgerechnet. Nach produktiver Nutzung Faktor-Sets nicht durch einen Faktortypwechsel verändern. |
| bis inkl. | Definiert, wie die obere Bereichsgrenze interpretiert wird. | Die Einstellung muss zur gesamten Faktor-Tabelle passen. Ein Faktor-Set kann sie bei Bedarf separat übersteuern. |
| min. Std. für Taggeld bei reinen Inlandsreisen | Mindestdauer für eine ausschließlich inländische Reise. | Nur Werte größer null wirken. Die Reise muss den Wert überschreiten. |
| min. Std. für Taggeld Ausland | Mindestdauer je Auslandsetappe. | Abschnitte unter diesem Wert erzeugen kein Auslandstaggeld und können je nach Rechneroption als Inland neu bewertet werden. |
| min. Std. für Taggeld | Globale Mindestdauer für jede Reiseart. | Gilt für Inland, Ausland und gemischte Reisen; laut Implementierung nur bei Werten unter 24 Stunden. |
| Mindestfaktor für An-/Abreisetag | Untergrenze für Unternehmensbetrag an An- und Abreisetag. | Kalendertaglogik; fachlich zusammen mit dem steuerfreien Mindestfaktor testen. |
| Mindestfaktor steuerfrei für An-/Abreisetag | Untergrenze für den steuerfreien Anteil an An- und Abreisetag. | Kalendertaglogik. |
| voll steuerbar nach X Tagen | Macht Inlands-Taggeld nach X Tagen voll steuerbar. | Nur Kalendertag und reine Inlandsreisen; der Zähler gilt pro einzelner Reise, nicht über mehrere Reisen hinweg. |
| Steuerfreien Taggeld-Betrag auf Auszahlungsbetrag kürzen | Begrenzt den steuerfreien Betrag je Taggeldposition auf den Auszahlungsbetrag. | Nur dort sichtbar, wo eine Unternehmenssicht existiert. |
| Steuerfreie Beträge unangetastet lassen | Unterbindet jeden Abgleich zwischen steuerfreiem und auszahlbarem Betrag. | Hat Vorrang vor der Kürzungsoption. Nur aktivieren, wenn unterschiedliche Summen fachlich und für den Export zulässig sind. |
| Errechnet nur positive Taggelder | Begrenzt ein durch Abzüge negatives Ergebnis auf null. | Relevant bei hohen Mahlzeiten- oder Langzeitabzügen. |
6. Kalendertag-Sonderregeln und Langzeitaufenthalte
| Feld | Wirkung | Abnahme |
|---|---|---|
| Letzte Auslands-Region pro Tag maßgeblich | Für den Kalendertag bestimmt ausschließlich die zuletzt vor Mitternacht erreichte Auslandsregion die Tagespauschale. | Zwei Regionen am selben Tag mit vertauschter Reihenfolge testen. |
| Längste Auslands-Region pro Tag zuerst | Auslandsregionen werden nach Aufenthaltsdauer absteigend verarbeitet. | Tests decken längste Etappe und Gleichstand ab; bei Gleichstand entscheidet die konfigurationsgemäße Reihenfolge. |
| Spezielle Optionen für Auslandsreisen bei Unternehmenssicht | Keine Sonderregel; Inlandstaggeld verwenden, wenn es höher ist; oder reine Inlandreise gegen gemischte Reise rechnen und den besseren Betrag wählen. | Nur Unternehmenssicht. Eine reine Inlandreise und dieselbe Reise mit Auslandsetappe vergleichen. |
| Langzeitabzug Inland / Ausland ab Tag | Starttag für die automatische prozentuelle Reduktion eines zusammenhängenden Aufenthalts. Ein Wert ≤ 0 deaktiviert den Abzug. | Mit und ohne Etappen testen; die Implementierung verwendet bei fehlenden Etappen den Zielort als Fallback. |
| Langzeitabzug Inland / Ausland % | Prozentsatz, der ab dem konfigurierten Aufenthaltstag abgezogen wird. | Mit Tagesabzügen kombinieren und den Kommentar in der Kostenansicht prüfen. |
| Inland/Ausland: ersten/letzten Tag berücksichtigen | Steuert, ob An- und Abreisetag für die Langzeitlogik mitzählen. | In einem Referenztest führt Starttag 15 mit 50 % und ausgeschlossenen An-/Abreisetagen bei einer Reise 01.–21.04. zu einer Reduktion der Tage 16.–20.04. |
Die Langzeitfelder werden bei Auswahl eines 24-Stunden-Rechners ausgeblendet. Sie sind daher als Kalendertagregel zu behandeln.
7. Moderne Faktor-Sets
Faktor-Sets stehen für die modernen Berechnungstypen zur Verfügung. Ein Set beschreibt einen Teil der Reise und enthält eine eigene Faktor-Tabelle.
| Feld im Faktor-Set | Verwendung |
|---|---|
| Beschreibung | Fachliche Bezeichnung des Sets, zum Beispiel „Inland Anreisetag“ oder „Ausland volle Tage“. |
| Ausland | Ordnet das Set der Inlands- oder Auslandslogik zu. |
| steuerfrei | Anzeige der zugehörigen Sicht; in modernen Definitionen nicht als freier fachlicher Schalter verwenden. |
| Reiseteil | COMPLETE_TRAVEL, ARRIVAL_DAY, DEPARTURE_DAY oder TRAVEL_WITHOUT_ARRIVAL_DEPARTURE_DAYS. Damit lassen sich An-/Abreisetage und volle Zwischentage getrennt behandeln. |
| Script Ausdruck (JS) | Expertenbedingung für das Faktor-Set. Nur einsetzen, wenn die Standard-Reiseteile nicht ausreichen; mit dokumentierten Eingaben und Regressionstests. |
| bis inkl. | Übersteuert die gleichnamige Einstellung der Rechenversion für dieses Faktor-Set. |
| Klassifikator verwenden | Verwendet statt eines reinen Faktors einen Klassifikator des regionalen Basisbetrags, etwa für gesetzlich fest definierte Teiltagssätze. Bei Aktivierung wird der Faktor als Ausgabe geführt und der Klassifikator gewählt. |
In der Faktor-Tabelle werden Bereich von, Bereich bis und Faktor gepflegt. Bei Klassifikatoren wird stattdessen der Klassifikator ausgewählt. Der Generator „Standardfaktoren erzeugen“ erstellt eine Zwölftel-Grundtabelle und ist nur ein technischer Startwert, keine Rechtsvorgabe.
8. Legacy-Faktortabellen
In Legacy-Definitionen werden Taggeldfaktoren Inland und Taggeldfaktoren Ausland mit Faktor und steuerfreiem Faktor geführt. Beide Tabellen validieren:
- Bereich von muss kleiner als Bereich bis sein.
- Bereiche dürfen sich nicht überschneiden.
- Alle Werte müssen innerhalb 0 bis 25 liegen.
- Der gesamte Bereich 0 bis 25 muss lückenlos abgedeckt sein; 25 steht für „ganzer Tag“.
Eine Änderung der Grenzinterpretation oder des Faktortyps verändert die Berechnung rückwirkend für alle Reisen, die diese historische Version nutzen. Deshalb zuerst eine neue Gültigkeitsversion anlegen und mit Kopie der bestehenden Tabelle testen.
9. Tägliche Taggeldabzüge
Mit Tgl. Abzüge erscheint in der Reiseerfassung ein täglicher Abzugsschritt, typischerweise für Mahlzeiten. Die konkreten Abzugsarten werden getrennt für Inland und Ausland angelegt.
| Feld | Wirkung |
|---|---|
| Name | Abzugsart, zum Beispiel Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Die Liste ist nach Inland und Ausland gefiltert. |
| Abzug / steuerfrei | Faktor des Unternehmens- beziehungsweise steuerfreien Anteils. Die Einheit entspricht dem Faktortyp der Definition. |
| Abhängigkeitsgruppe / Abhängigkeitsgruppe steuerfrei | Abzüge derselben Gruppe wirken nur gemeinsam. Die Gruppen für Auszahlung und Steuerfreiheit können unterschiedlich sein. |
| Index | Reihenfolge der Abzüge. Bei mehreren Regeln eine fachliche Reihenfolge festlegen. |
| Tgl. Abzüge im Ausland aliquot | Kürzt Auslandsabzüge proportional zum tatsächlich auszahlbaren Regionsanteil. |
| Tgl. Abzüge im Inland aliquot | Kürzt Inlandsabzüge proportional zum tatsächlichen Unternehmensanteil; steuerfreie Abzüge bleiben am maximalen Tagesbetrag orientiert. Für Legacy- und reine steuerfreie Sichten ausgeblendet. |
| Kein Taggeld, wenn alle tgl. Abzüge aktiviert | Setzt das Taggeld auf null, wenn alle verfügbaren täglichen Abzüge erfasst sind, auch wenn deren Faktorsumme nicht 12 beziehungsweise 100 beträgt. |
Wichtig aus den Rechner-Tests: Eine Abhängigkeitsgruppe gilt nur, wenn alle Gruppenmitglieder im selben zahlbaren Zeitfenster liegen. Im 24-Stunden-Modell können sie aus verschiedenen Regionen stammen, aber nicht aus verschiedenen 24-Stunden-Fenstern. Ein gruppenloser Abzug wird am tatsächlich betroffenen Tag verarbeitet; ein Abzug auf einer nicht zahlbaren Unter-Mindestdauer-Etappe darf keinen anderen zahlbaren Abschnitt reduzieren.
10. Mehrfachreise-Abzüge
Mehrfachreise-Abzüge reduzieren Tagespauschalen, wenn dieselbe Person innerhalb eines Zeitfensters wiederholt denselben Zielbezug besucht. Inland und Ausland werden getrennt konfiguriert.
| Feld | Wirkung |
|---|---|
| Name | Lesbare Regelbezeichnung; sie erscheint auch in Berechnungskommentaren. |
| Kriterium | Zielort, Zielort (Geo), gleicher Geschäftspartner oder Zielregion. |
| Fensterwert / Fenster-Einheit | Länge des rollierenden Vergleichsfensters in Tagen, Wochen oder Monaten. |
| Minimale Tage pro Woche | Bei Wochen- oder Monatsfenstern Pflicht und größer null. Bei Tagesfenstern nicht erforderlich. |
| Zurücksetzen nach / Einheit | Optionaler Neustart der Kette nach einer Lücke. Wert 0 deaktiviert das Zurücksetzen. |
| Abzug % / Abzug % steuerfrei | Prozentuelle Reduktion der Auszahlung beziehungsweise des steuerfreien Anteils. Werte werden intern auf 0 bis 100 % begrenzt. |
| Index | Reihenfolge mehrerer Regeln. |
Das Formular prüft zwingend: Fensterwert größer null; bei Wochen oder Monaten eine minimale Tagesanzahl pro Woche. Die Tests decken alle vier Kriterien ab. Sie bestätigen außerdem, dass eine ausgelöste Regel in der Kostenansicht ihrer Ursache zugeordnet und mit Regelname sowie Prozentsatz kommentiert wird.
11. Abrechnungsvalidierungen
Unter Abrechnungsvalidierungen werden bereits angelegte Validierungsskripte einer Rechenversion zugeordnet. Sie gelten zusätzlich zu den technischen Formularprüfungen. Für jede Regel mindestens einen gültigen und einen absichtlich ungültigen Reise-/Etappenfall dokumentieren.
12. Zuordnungen
Zuordnungen verbinden den Kontext mit einem Reisetyp und einem Zielobjekt. Als Zielobjekt stehen Mandant, Gruppe, Rolle oder Person zur Verfügung. Jede Zuordnung hat einen eigenen Gültigkeitszeitraum.
- Eine Standarddefinition hat keine Zuordnungen.
- Für denselben Reisetyp, denselben Objekt-Typ und dasselbe Zielobjekt sind überlappende Zeiträume nicht zulässig; das Formular validiert dies.
- Die Zuordnungshistorie ist unabhängig von der Historie der Rechenversion. Ein neuer Satz kann daher eine bestehende Zuordnung weiterverwenden, wenn deren Zeitraum korrekt ist.
- Bei personenbezogenen Tests stets die Personalnummer nur als fachliches Prüfmerkmal verwenden; ausgewählt wird im Dialog die Person selbst.
13. Visuelle Abnahme-Matrix aus den AllowanceCalculator-Tests
| Testbild | Konfiguration, die geprüft wird | Erwartetes Ergebnis |
|---|---|---|
| Reine Inlandsreise unter/über Mindestdauer | min. Std. für reine Inlandsreisen | Unterhalb der Schwelle keine Tagespauschale; oberhalb wird die passende Faktorzeile verwendet. |
| Mehrere Auslandsregionen in 24 Stunden | 24h-Fenster, Zusammenführen und Maximalfaktor-Option | Fenster- und Regionslogik bestimmt, ob nur ein Volltag oder mehrere Regionsanteile zahlbar sind. |
| Private Reiseanteile | Reise mit privatem Aufenthalt innerhalb einer Auslandsreise | Private Zeit wird aus der Berechnung entfernt; überlappender privater und geschäftlicher Abschnitt wird als fehlerhafte Reisedatenkonstellation abgewiesen. |
| Mahlzeiten mit Abhängigkeitsgruppe | Tgl. Abzüge, gleiche Gruppe | Der Abzug wirkt nur, wenn alle erforderlichen Einträge im selben Rechenfenster vorhanden sind. |
| Mahlzeiten auf mehreren Tagen | Tgl. Abzüge im Inland, auch bei gemischten Reisen | Der Abzug reduziert nur den betroffenen zahlbaren Tag; ein Abzug auf einem vollständig ausländischen Tag mindert keinen Inlandstag. |
| Zwei Auslandsregionen am Kalendertag | „Letzte Region maßgeblich“ oder „Längste Region zuerst“ | Die gewählte Regel bestimmt die Reihenfolge beziehungsweise allein maßgebliche Region. |
| Langzeitaufenthalt | Starttag, Prozentsatz, An-/Abreisetage | Die Reduktion startet erst ab dem konfigurierten Aufenthaltstag und wird im Detail der errechneten Kosten ihrer Ursache zugeordnet. |
| Wiederholte Reisen | Mehrfachreise-Abzug nach Zielort, Geo, Geschäftspartner oder Region | Innerhalb des Fensters reduziert die Regel die passende Sicht; Regelname und Prozentsatz erscheinen im Berechnungskommentar. |
| Kombination Mehrfachreise und Mahlzeit | Mehrfachreise-Abzug plus täglicher Abzug am selben Tag | Die Berechnung muss vollständig durchlaufen und beide Reduktionsursachen nachvollziehbar ausweisen. |
14. Empfohlenes Vorgehen
- Neuen Kontext mit klarer Fachbezeichnung und passendem Definitions-Typ anlegen.
- Erste Rechenversion mit Startdatum erstellen; Inlandsregion, Basissätze, Lohnarten und Algorithmus festlegen.
- Faktor-Sets oder Legacy-Tabellen vollständig anlegen; Grenzinterpretation nicht später umstellen.
- Abzüge, Langzeit- und Mehrfachreise-Regeln nur entsprechend der schriftlichen Reisekostenregel hinzufügen.
- Reisetyp-, Mandanten-, Gruppen-, Rollen- oder Personenzuordnungen mit eindeutigen Gültigkeiten anlegen.
- Die Testmatrix dieses Artikels mit repräsentativen Beträgen und Reisedaten ausführen.
- Berechnungskommentare, steuerfreie Anteile, Lohnarten und Export kontrollieren.
Änderungen im laufenden Betrieb
- Keine produktiv verwendete Rechenversion überschreiben. Stattdessen kopieren und einen neuen Gültigkeitsbeginn verwenden.
- Definitions-Typ, Faktortyp, Inlandsregion und Algorithmus nicht ohne vollständige Regression ändern.
- Bei geänderten Optionsschaltern insbesondere gemischte Inlands-/Auslandsreisen, Grenzübertritte und Mindeststunden erneut testen.
- Abzüge erst löschen, wenn sie in keiner historischen Reise mehr benötigt werden; bereits verwendete Abzüge sperrt das Formular gegen Löschen.
- Nach jeder Änderung eine komplette Reiseabrechnung inklusive Berechnungskommentar und Export prüfen.
Weiterführend: Taggelddefinitionen, Reisetypen, Abrechnungsvalidierungen und Systemparameter Travel.
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